Wer pflegt und betreut uns in der Zukunft? Auf diese entscheidende Frage legte das
Hilfswerk Salzburg den inhaltlichen Schwerpunkt bei seiner Generalversammlung am 07.10. 2011 im Umspannwerk Aigen der Salzburg AG in der Stadt Salzburg.
Die demographischen Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Die Salzburger Bevölkerung
wird immer älter, eine immer geringere Anzahl junger Menschen muss sich in naher Zukunft
um die Betreuung und Pflege von immer mehr älteren Mitmenschen kümmern. „Es muss uns
gelingen, junge Menschen für den Beruf der Pflege zu gewinnen und unsere bestehenden
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglichst lang im Beruf zu halten" so fasste Präsident
Christian Struber die Herausforderung der Zukunft zusammen.
Das bestehende Ausbildungssystem wird diesem hohen Anspruch nicht gerecht. Das
derzeitige System, das sehr eng an Krankenanstalten gekoppelt ist und daher den
Schwerpunkt auf die stationäre Pflege legt, hat den wesentlichen Nachteil, dass interessierte
Schüler und Schülerinnen erst mit 17 Jahren mit der Ausbildung beginnen können.
„Wir sehen die Zukunft der Pflegeausbildung im Regelschulwesen verankert. Eine HBLA mit
Maturaabschluss und einer entsprechenden Ausbildung zur Pflegeperson kann eine neue
Perspektive für unsere Jugendlichen nach Beendigung der Pflichtschule darstellen" sagt
Christian Struber. Dabei soll ein besonderer Fokus auf die mobile Pflege gelegt werden, um
für diese wichtige Form der Pflege und Betreuung auch in Zukunft über genügend gut
ausgebildete Fachkräfte verfügen zu können.
„Diese Idee kann allerdings nur funktionieren, wenn die Ausbildung für Pflegeberufe in allen
Qualifikationsabstufungen in das Regelschulwesen mit aufgenommen wird. Wir fordern
daher, dass das Ausbildungssystem vom Gesundheitsministerium ins Bildungsministerium
wandert und somit ein durchstrukturierter Ausbildungsplan für Jugendliche nach der
Pflichtschule entwickelt werden kann" so Christian Struber weiter.
Auch am Image für Pflegeberufe ist zu arbeiten. Es gibt nur wenige Berufe, die so
sinnstiftend sein können, wie Berufe in der Pflege und Betreuung. Auch die
Anstellungsaussichten sind in keiner Branche so gut, wie in diesem Bereich. Allein im
Hilfswerk Salzburg könnten landesweit derzeit 30 Pflegepersonen sofort mit der Arbeit
beginnen. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss es auch den Vertretern des Landes Salzburg
ein Anliegen sein, möglichst viele Jugendliche für eine Berufsausbildung in diesem Bereich
zu motivieren. Eine entsprechende Imagekampagne durch das Land Salzburg wäre ein
erster Schritt in diese Richtung.
Auch für Pflegepersonen, die bereits im Berufsalltag stehen und sich weiter qualifizieren
möchten, müssen mehr und flexiblere Angebote geschaffen werden. Lange Wartezeiten, bis
neue Kurse beginnen und zu wenig flexible Finanzierungsmöglichkeiten sind nach wie vor
Stolpersteine für weiterbildungswillige Pflegepersonen.
„Mir als Präsident des Hilfswerks Salzburg ist bewusst, dass unsere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter unser wertvollstes Gut sind" so Struber. „Wir legen daher seit zwei Jahren einbesonderes Augenmerk auf die betriebliche Gesundheitsförderung, damit die Menschen, die
im Hilfswerk arbeiten, optimale Rahmenbedingungen für die täglichen Herausforderungen
ihrer Arbeit vorfinden."
Die Fotos von der Generalversammlung finden Sie hier.





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